
92 Lebensjahre, 90 Fotobücher und rund 100’000 Aufnahmen: Am Küchentisch seiner Alterswohnung nimmt Kuno Schebdat uns mit auf eine Reise durch sein Leben und rund um die Welt.
Das Fotobuch auf dem Küchentisch vereint persönliche Höhepunkte aus mehreren Jahrzehnten. Seite für Seite geht es von einem Land zum nächsten. Die Fotografien erzählen von technischen Grossprojekten, weiten Reisen und einer Leidenschaft, die 1948 auf Rügen begann.
Das Buch folgt weder einer Zeitachse noch einer festen Reiseroute. Die Bilder springen bewusst zwischen Jahren und Regionen. Auf eine Erinnerung aus Pittsburgh kann eine Landschaft vom Colorado Plateau oder ein Bild seines Geburtshauses in Ostpreussen folgen. Wer mit Kuno Schebdat am Küchentisch darin blättert, reist mit ihm durch die Welt und durch verschiedene Lebensphasen.
Der Schreibtisch hält die Welt nah
Computer, grosszügiger Bildschirm, Laptop, Drucker und ein Stativ mit Handy: Der Schreibtisch ist ein zentraler Ort in der Alterswohnung von Kuno Schebdat. Hier beschäftigt er sich weiter mit seinen Fotografien. Von hier aus hält er auch Kontakt zu Menschen in aller Welt. Viele von ihnen hat er während seiner beruflichen Reisen und längeren Aufenthalte kennen- und schätzen gelernt.
Die ganze Wohnung ist aufmerksam eingerichtet. An den Wänden hängen eigene fotografische Werke. Sie machen sichtbar, wie eng Vergangenheit und Gegenwart bei Kuno Schebdat verbunden sind.
Der Ingenieur, der um die Welt reiste
Kuno Schebdats Familiengeschichte ist bis ins Jahr 1746 dokumentiert. Seine eigene Kindheit war jedoch von einem schweren Bruch geprägt: Der Krieg machte ihn zum Waisen. Er wuchs ohne Eltern auf. Kuno Schebdat sagt deshalb von sich, er sei eine Art «Selfmademan».
Kuno Schebdat studierte Maschinenbau an der Technischen Hochschule Berlin. Ein Stipendium der AEG führte ihn zunächst in die Welt der Dampfturbinen. Später arbeitete er als Maschinenbauingenieur und bildete sich laufend weiter.
In der zweiten Hälfte seines Berufslebens leitete er internationale Grossprojekte. Dabei ging es häufig um Kehrichtverbrennungsanlagen, die aus Abfall Energie gewinnen. Seine Arbeit führte ihn unter anderem nach Kopenhagen, Bermuda, Baltimore und Seattle.
Manche Projekte begannen in Europa und nahmen erst auf einem anderen Kontinent Gestalt an. Für eine Anlage wurden vorbereitete Teile mit zwei Schiffen über den Atlantik transportiert. Vor Ort liess Kuno Schebdat alles zusammensetzen. In den 1980er Jahren arbeitete er mehrere Jahre für die Zürcher Firma Von Roll in den USA.
Die Kamera reiste immer mit
Sein erstes Foto schoss Kuno Schebdat 1948 auf Rügen. Seither begleitet ihn die Fotografie durch sein Leben. Anfangs fotografierte er mit einem analogen Balgapparat, später mit Farbfilm, Digitalkamera und Handy.
Die Schwarzweissbilder entwickelte er früher höchstpersönlich im Familienbadezimmer. Dazu schloss er die Tür ab. Nicht nur wegen der Dunkelheit. Auch die neugierigen Kinder sollten nicht plötzlich in die improvisierte Dunkelkammer stürmen. Wer baden wollte, musste warten.
Die Kamera war auch auf Geschäftsreisen und später im Ruhestand stets dabei. So entstanden Bilder aus den USA, vom Balkan, von der Donau, aus Budapest, Schottland, Apulien und vielen weiteren Regionen. Weitere Reisen führten ihn nach Manila, Kairo und St. Petersburg. Auch die Twin Towers hielt er fest. Eine Zeit lang flog er wöchentlich daran vorbei. Umso tiefer berührten ihn später die Bilder ihrer Zerstörung.
Ein Konzentrat aus 100’000 Bildern
Rund 100’000 Fotografien umfasst seine Sammlung heute. Der grösste Teil davon ist unbearbeitetes Rohmaterial. Gespeichert sind die Daten auf einem Server in Kalifornien.
Das Fotobuch auf dem Küchentisch ist eine Art Konzentrat dieser riesigen Sammlung. Darin vereint Kuno Schebdat eine persönliche Auswahl aus verschiedenen Lebensphasen.
Auch heitere Erlebnisse finden darin Platz. Im finnischen Inari gerieten Kuno Schebdat und seine Begleitung in einen dichten Mückenschwarm. Innert kürzester Zeit waren sie von oben bis unten schwarz bedeckt. Die einzige Lösung lautete: mit dem Auto schleunigst die Flucht ergreifen, selbstverständlich mit weit geöffneten Fenstern.
90 Fotobücher liess Kuno Schebdat insgesamt drucken. Je nach Auftrag entstanden sie in den Niederlanden, in Tschechien oder in Deutschland.
Angekommen mit seinen Erinnerungen
Kurz vor der Jahrtausendwende zog Kuno Schebdat von Zürich nach Bronschhofen, später wohnte er an der Flurhofstrasse in Wil.
Seine fotografischen Werke, sein umfangreich ausgestatteter Schreibtisch und sein Kontakt zu Menschen in vielen Ländern sind mit ihm eingezogen. Sie geben dem neuen Daheim eine persönliche Handschrift. Und sie sorgen dafür, dass die Welt auch heute ganz nah bleibt.

Ein Konzentrat aus 100’000 Bildern
Rund 100’000 Fotografien umfasst seine Sammlung heute. Der grösste Teil davon ist unbearbeitetes Rohmaterial. Gespeichert sind die Daten auf einem Server in Kalifornien.
Das Fotobuch auf dem Küchentisch ist eine Art Konzentrat dieser riesigen Sammlung. Darin vereint Kuno Schebdat eine persönliche Auswahl aus verschiedenen Lebensphasen.
Auch heitere Erlebnisse finden darin Platz. Im finnischen Inari gerieten Kuno Schebdat und seine Begleitung in einen dichten Mückenschwarm. Innert kürzester Zeit waren sie von oben bis unten schwarz bedeckt. Die einzige Lösung lautete: mit dem Auto schleunigst die Flucht ergreifen, selbstverständlich mit weit geöffneten Fenstern.
90 Fotobücher liess Kuno Schebdat insgesamt drucken. Je nach Auftrag entstanden sie in den Niederlanden, in Tschechien oder in Deutschland.
Angekommen mit seinen Erinnerungen
Kurz vor der Jahrtausendwende zog Kuno Schebdat von Zürich nach Bronschhofen, später wohnte er an der Flurhofstrasse in Wil.
Seine fotografischen Werke, sein umfangreich ausgestatteter Schreibtisch und sein Kontakt zu Menschen in vielen Ländern sind mit ihm eingezogen. Sie geben dem neuen Daheim eine persönliche Handschrift. Und sie sorgen dafür, dass die Welt auch heute ganz nah bleibt.