
Nach 50 Jahren im eigenen Haus haben Verena und Heinz Halter eine Alterswohnung im Quartierzentrum City bezogen. Vieles, was ihnen lieb ist, hat sie begleitet: vertraute Möbel, Erinnerungen an ein gemeinsames Leben. Die über zehnjährige Geranie gehört genauso dazu wie die rund 150 Jahre alte Drehorgel. Ein Besuch nach dem ersten halben Jahr.
Am runden Tisch kommen Geschichten zusammen
Der grosse runde Tisch im Wohn-Essbereich ist ein Ort für die Familie. Heinz Halter kocht regelmässig, Sohn, Tochter und Enkelkinder kommen gerne zum Essen. Die Nähe zueinander gehört auch am neuen Wohnort zum Alltag. Kürzlich montierte ein Enkel eine Lampe, damit der vertraute Tisch im richtigen Licht steht.
Beim Erzählen öffnen sich Fenster in ein bewegtes Leben: Heinz Halter arbeitete 42 Jahre bei der LARAG und spielt noch immer leidenschaftlich Euphonium, nämlich in der Veteranenmusik Thurgau. Verena Halter engagierte sich lange in der Wiler Ludothek. Die Menschen von damals sind ihr bis heute verbunden. Sie treffen sich weiterhin.
Die Familie packt an
Den Anstoss, sich mit der künftigen Wohnsituation zu beschäftigen, gab der Sohn. Über die Thurvita Beratungsstelle führte der Weg schliesslich ins Quartierzentrum City. Besonders freut das Ehepaar, dass sein Haus an der Kienbergstrasse in der Familie bleibt. Heute wohnt dort ein Enkel mit seiner Freundin.
Am Umzugstag führte die jüngere Generation Regie. Während Verena und Heinz Halter den Tag auswärts verbrachten, wurde gezügelt und eingerichtet. Als sie am Abend ihre Wohnung betraten, war alles bereit. Die vertrauten Möbel standen an ihrem neuen Platz, alles war sorgfältig eingeräumt. Zwar befand sich nicht jedes Stück dort, wo sie es vermuteten, doch inzwischen finden sie ihre Sachen zielsicher.
Ankommen braucht seine Zeit
50 Jahre in einem Haus hinterlassen Spuren im Herzen. Für Verena Halter war der Abschied besonders einschneidend. Ganz so zuhause wie früher fühlt sie sich noch nicht. Gleichzeitig tut es ihr gut, dass die Arbeit im grossen Haus und im Garten wegfällt. Auch das Bewegen in der Wohnung ist einfacher. Die Teppiche blieben zurück, damit sie nicht zu Stolperfallen werden.
Heinz Halter fühlt sich bereits richtig zuhause. Ihren Alltag gestalten beide weiterhin weitgehend selbst: Er kauft ein und kocht, sie kümmert sich um die Reinigung. Vertraute Aufgaben geben auch den Tagen am neuen Ort ihren Rhythmus.
Den Säntis im Blick, Begegnungen vor der Tür
Für Heinz Halter beginnt der Morgen mit etwas besonders Schönem: dem Ausblick auf den Säntis. Wenn er unterwegs ist, nutzt er heute die öffentlichen Verkehrsmittel. Der Bahnhof liegt unmittelbar vor der Tür. Die Zuggeräusche stören das Ehepaar nicht.
Zum neuen Alltag gehört auch das Zusammenkommen im Bistro Filou. Am späteren Nachmittag treffen sich dort Pensionärinnen und Pensionäre und tauschen Neuigkeiten aus. Man begegnet sich, hört voneinander und geniesst die gemeinsame Zeit.

Vertrautes ist mitgekommen
Neben dem Esstisch steht eine historische Drehorgel. Sie gehörte einst Verena Halters Tante und erinnert sie an einen Menschen, der ihr nahe stand. Beim Besuch lässt Heinz Halter eine kleine Kostprobe erklingen.
Auf dem Balkon wächst die Geranie aus dem früheren Zuhause weiter. Seit über zehn Jahren begleitet sie das Ehepaar. Verena Halter freut sich jeden Tag an ihr. Es ist Stück Vertrautheit, das auch am neuen Ort seinen Platz gefunden hat.

