
Sicherheit im Alter. Von Enkeltricks bis Liebesbetrug
Ein sicherer Alltag ist wichtig. Darum stand der Themenabend in der Reihe «Thurvita im Gespräch» vom 27. November 2025 ganz im Zeichen von Betrugsprävention. Rund 80 Interessierte folgten der Einladung in den Thurvita Sonnenhof. Der Abend zeigte, wie vielfältig Betrugsformen heute sind und wie man sich schützt.
Als Gastgeberinnen des Abends luden Corinne Dähler und Rosalba Huber dazu ein, offen über Betrugsgefahren ins Gespräch zu kommen. Denn Thurvita steht für Nähe und Sicherheit. Zugleich betrifft das Thema viele ältere Menschen.
Wissen aus erster Hand
Urs Bücheler, Leiter Sicherheitsberatung der Kantonspolizei St. Gallen, hielt das Impulsreferat. Er erklärte typische Vorgehensweisen von Täterinnen und Tätern – oder von „Schlunggis“, wie Bücheler sie auch nennt. Zu ihren Maschen gehören Schockanrufe, falsche Polizisten, Trickdiebstähle, Liebesbetrug und moderne Varianten wie gefälschte Nachrichten per E-Mail, Kurznachricht oder Chat.
Mit konkreten Beispielen machte Bücheler sichtbar, wie rasch Menschen unter Druck geraten können. Auch ältere Personen werden oft gezielt kontaktiert. Die Täter setzen auf Stress, Angst und das Gefühl, sofort handeln zu müssen. Darum sind Aufmerksamkeit und Ruhe besonders wichtig.
«Bilden sie ein Team.»
Bücheler gab konkrete Tipps für mehr Sicherheit im Alltag: Wertsachen nie sichtbar beim Eingang verstauen, Abwesenheiten nicht nach aussen zeigen, Türen konsequent sichern und die Handtasche stets vorne am Körper tragen. Zudem wies er darauf hin, dass Einbrüche im Kanton St.Gallen zunehmen und Täter gezielt Situationen nutzen, in denen Wohnungen unbewohnt wirken. Auch beim Umgang mit Bargeld riet er zu Vorsicht: Personen würden häufig beobachtet, wenn sie hohe Beträge abheben. Ein wichtiger Rat von Bücheler war, gemeinsam aufmerksam zu bleiben und sich in unter Nachbarinnen und Nachbarn gegenseitig zu unterstützen, um Einbrüchen vorzubeugen.
«Lieber ein E-Mail zu viel löschen»
Zum Thema Websites erklärte der Referent, wie täuschend echt falsche Login-Seiten wirken können. Links sollten immer von Hand eingegeben oder aus den Favoriten übernommen werden. Als Grundregel für E-Mails gab er dem Publikum mit: «Kein seriöser Dienstleister erhebt persönliche Daten per E-Mail.» Phishing-Mails und falsche Zahlungsaufforderungen sollten konsequent gelöscht werden, im Zweifel lieber einmal zu viel.
Vom Enkeltrick bis zum digitalen Heiratsschwindler
Betrugsversuche über WhatsApp – etwa angebliche Nachrichten von Angehörigen – sind weit verbreitet. Auch beim Kauf und Verkauf im Internet werde häufig versucht, Opfer zu Vorauszahlungen zu bewegen: «Wenn jemand beim Onlinehandel den Chat plötzlich auf WhatsApp verlegt, ist das ein Warnsignal.» Eine deutliche Zunahme sieht die Polizei auch bei Romance Scam: Täter bauen emotionale Nähe auf, schildern Notlagen und fordern schliesslich Geld. Betroffen sind Frauen und Männer, oft verbunden mit starkem emotionalem Druck.
Austausch, der verbindet
Beim anschliessenden Apéro wurde das Gehörte angeregt diskutiert. Einige Teilnehmende erzählten von eigenen oder gehörten Erlebnissen mit Betrug und erkannten Situationen wieder, die im Vortrag thematisiert worden waren. Das Fazit fiel klar aus: Die Besucherinnen und Besucher schätzten die verständlichen, praxisnahen Tipps sowie die lebendige und humorvolle Art des Referenten sehr.
Wil, 28. November 2025
Wichtige Anlaufstellen
Mehr Informationen zu aktuellen Betrugsformen und Prävention:
Offizielle Meldestelle und Infos zu Cyberbetrug:
www.cybercrimepolice.ch
Hinweise der Kantonspolizei St.Gallen:
www.kapo.sg.ch
Schweizerische Kriminalprävention:
www.skppsc.ch






